Senioren
Auch in Hammersbach werden die Menschen immer älter. Das ist die erfreuliche
Seite des „demographischen Wandels“. Dabei sind die Senioren zunehmend aktiv
und mobil bis ins hohe Alter. Wir müssen den älteren Menschen in Zukunft
mehr denn je die Möglichkeit geben, sich zu treffen, zu kommunizieren, sich
zu engagieren und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Bei uns hat die
Seniorenarbeit mit einem aktiven Seniorenbeirat einen hohen Stellenwert. Der
Seniorentreff, der die Möglichkeit zu gemeinsamen Aktivitäten gibt, unsere
Ausflüge organisiert und vieles mehr, zeigt das. Hammersbach ist für alle
Generationen lebenswert.
Derzeit beschäftige ich mich damit, wie es gelingen kann, den Menschen
aus unserer Gemeinde auch im Alter zu ermöglichen vor Ort zu bleiben. Damit
meine ich nicht den Bau eines großen Seniorenwohnheimes. Den wird es bei uns
nicht geben. Ich suche innovative auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene
Lösungen!
Nahversorgung
Die Nahversorgung ist heute mehr als die Befriedigung grundlegender
Bedürfnisse. Veränderte Arbeits- und Lebenswelten und die hohe individuelle
Mobilität vieler Menschen bis ins hohe Alter hinein, führen dazu, dass die
Menschen heute andere Einkaufsgewohnheiten haben als noch vor 20 Jahren. Wenn
vor Ort gute Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind, ist dies ein bedeutender Standortfaktor für eine Gemeinde. Dort wo es möglich
ist, auch über die Grundbedürfnisse der Lebensmittel hinaus einzukaufen,
wohnen die Menschen gerne. Dabei darf aber auch die erhaltenswerte Struktur
vor Ort nicht vernachlässigt werden.
Hammersbach ist im Bereich des Einzelhandels sehr gut aufgestellt. Von
der Entwicklung in Langen-Bergheim profitieren nicht nur die Bürger unserer
Gemeinde, auch Menschen aus Nachbarortschaften kommen und nutzen die
Möglichkeiten, die es in Hammersbach gibt. Gerade viele junge Familien
begrüßen die in den letzten Jahren neu entstandenen Einkaufsmöglichkeiten in
Langen-Bergheim. Und auch in Marköbel gibt es noch reichlich Einzelhändler -
mehr als in vielen Nachbarorten. Wer in Hammersbach wohnt, kann hier auch
gut einkaufen. Das Vorhandensein von Einkaufsmöglichkeiten bedeutet auch ein
Stück Lebensqualität für die Menschen in Hammersbach. Viele Menschen aus den
Nachbarorten nutzen die Möglichkeiten bei uns - und beneiden uns auch darum.
Vereine
Die Vereine bereichern das gesellschaftliche Leben in vielfältiger Weise. In
der Jugendarbeit, im Sport, im Kultur- und Umweltbereich wird von den
Vereinen wesentliche Arbeit geleistet. Aus diesem Grund gilt es, die Vereine
zu unterstützen. Schon allein aus wirtschaftlichen Gründen zahlt sich die
Unterstützung von ehrenamtlich Wirkenden für die Gemeinde aus. Müsste diese
Gemeinde alle diese Aufgaben wahrnehmen, wäre dies nicht zu finanzieren.
Vereinsförderung heißt aber nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern
auch bei der Lösung von Problemen immer ein offenes Ohr zu haben,
Weihnachtsmarkt, Dorffest und andere Veranstaltungen tatkräftig und
unbürokratisch zu unterstützen.
Zwischen den Vereinsspitzen und mir besteht ein enges
Vertrauensverhältnis. Die Vereine finden bei mir immer ein offenes Ohr, und
wo ich kann, versuche ich zu helfen. Dazu gehört es auch, wo immer es geht,
die Veranstaltungen zu besuchen. Das heißt für mich, nah bei den Menschen
sein! In den vergangenen Jahren habe ich gezeigt, dass die Vereine für mich
nicht nur vor Wahlen interessant sind. Für aktive Vereinsarbeit bleibt mir
aber leider nur wenig Zeit. Doch auch privat helfe ich immer gerne. Ob an
Fasching in "der Bütt" als Protokoller oder bei Festen und Veranstaltungen
am Zapfhahn. Vereinsarbeit funktioniert nur durch Mitmachen.
Kinder- und Jugendarbeit
Der Bereich der Jugendarbeit hat sich in den letzten Jahren enorm verändert.
Konzepte und Angebote, die früher wichtig und richtig waren, haben
irgendwann nicht mehr funktioniert. Die Lebenswelten der jungen Menschen
haben sich durch neue Medien, Nachmittagsangebote an den Schulen oder auch
Schulstress in Verbindung mit dem sogenannten G 8-Abitur haben gezeigt, dass
neue Wege zu gehen sind.
Um Erkenntnisse zu gewinnen, hat die Gemeinde Hammersbach eine Umfrage über
das Freizeitverhalten der Jugendlichen durchgeführt. Ergebnis war, dass das
Freizeitverhalten sich immer mehr individualisiert, jungen Menschen viel
Zeit am Computer verbringen und sich feste Treffpunkte auflösen.
Aus diesen Erkenntnissen heraus haben wir verschieden Maßnahmen ergriffen.
Unser hochqualifiziertes Personal wurde im Hortbereich eingesetzt, da hier
ein enormer Bedarf bestand und noch weiter besteht. Die Altersgruppe der
–sechs- bis zehnjährigen Kinder, die größtenteils hier zur Schule gehen,
wurde somit in den Fokus der Aufmerksamkeit der Jugendpflege gerückt.
Hausaufgabenbetreuung im Hort und der direkte Kontakt zur Schule sind
hierbei sehr wichtige Aspekte.
Für die älteren Jugendlichen wurde eine kreisweite Kooperation aller Städte
und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis sowie mit dem Kreis erreicht, die
Schulsozialarbeit erheblich auszubauen. Somit wurde Geld und Personal dort
investiert, wo es direkt bei den Jugendlichen ankommt.
Schließlich wurde die Jugendpflege vor Ort in diesem Jahr durch einen
Vertrag mit der AWO neu gestartet. Die AWO verfügt über ein breites
Erfahrungsspektrum und enges Netzwerk im Bereich der Jugendarbeit.
Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass dort, wo diese Wege gegangen
werden, die Jugendarbeit erfolgreich ist. Die AWO entwickelt auf die Kommune
zugeschnittene Konzepte für die Jugendarbeit. Jugendfreizeiten können das
Angebot ergänzen. Begleitet wird die Arbeit von einem kommunalen Beirat, in
dem alle gesellschaftlich relevanten Gruppen vertreten sind und so beratend
Einfluss auf die Jugendarbeit nehmen können.
Wichtig ist es, den Kindern und Jugendlichen vor Ort sinnvolle Angebote
zu machen. Die Kirchen und Vereine spielen hierbei eine große Rolle und
müssen deshalb in die kommunale Jugendarbeit mit einbezogen werden. Aufgabe
der Jugendpflege muss es sein, die Angebote zu vernetzen. Wie in allen
Bereichen der Kommunalpolitik zählt hier das Miteinander und nicht die
gegenseitige Konkurrenz.
Jugendliche wollen ernstgenommen werden und auch Verantwortung übernehmen.
Bei Problemen muss den jungen Menschen geholfen werden. Für viele ist heute
die größte Sorge, einen Ausbildungsplatz zu finden. Das „Kompass“-Programm
der Gemeinde hilft Jugendlichen dabei. Das kostet die Gemeinde Geld und wird
von manchem als unnötige freiwillige Leistung bezeichnet. Ich sehe das
anders. Es ist wichtig, jungen Menschen eine Chance zu geben und in Arbeit
zu investieren statt in Arbeits- und Perspektivlosigkeit.
Kinder
Dass Kinder und deren Bildung in unserem rohstoffarmen Land der Schlüssel
für den nachhaltigen Erhalt unseres gesellschaftlichen Wohlstandes sind, ist
mittlerweile tief in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Die
Kinderbetreuung in unseren Einrichtungen muss ein wichtiger Beitrag in
unserem Bildungssystem sein. Deshalb versuchen wir eng mit der Schule zu
kooperieren und jedem einzelnen Kind die größtmöglichen Startchancen zu
geben.
Wir haben in den vergangenen Jahren gerade im Kindergartenbereich
größtmögliche Anstrengungen unternommen und auch große Erfolge erzielt. Die
Betreuungszeiten wurden so umgestellt, dass die Familien sich zwischen 7.00
und 18.00 Uhr von Montag bis Freitag ihren eigenen "Stundenplan" zusammen
stellen können. Die obligatorische Kernzeit, die wichtig ist, um den Kindern
eine verlässliche „Heimat“ in ihrer Gruppen zu ermöglichen, ist hierbei mit
einzubeziehen. Das Mittagessen ist für jedes Kind täglich und kurzfristig zu
buchen. Obligatorische Schließungen während der Ferien, die Familien oft vor
große Probleme gestellt haben, wurden abgeschafft. Diese enorme Flexibilität
im Betreuungssystem erfordert einen genauen und zielgerichteten
Personaleinsatz. Gleichzeitig schaffen wir es, das Gebührenniveau im
kreisweiten Vergleich am unteren Level zu halten
Darüber hinaus wurde für die Grundschulkinder das Hortangebot enorm
ausgebaut. In Hammersbach soll jede Familie, die einen Hortplatz benötigt,
einen Platz erhalten, ohne dass wir nach den Gründen fragen oder eine
Auswahl treffen!
Dass diese Leistungen nicht zum Nulltarif zu haben sind, sollte
eigentlich verständlich sein. Trotzdem schaffen wir es, die
Betreuungsgebühren so zu halten, dass sie transparent, gerecht und
familiengerecht sind.
Eine Zukunftsaufgabe ist der Ausbau der Betreuungsplätze für die unter
3-jährigen Kinder. Hier arbeiten wir gerade ab einer Konzeption für einen
Neubau und für die pädagogische Umsetzung. Schon beim Bau müssen die
speziellen Anforderungen dieser kleinen Kinder und ihre besonderen
Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Architektur muss sich an er Pädagogik
orientieren und nicht umgekehrt!
Sport und Freizeit
Eine sinnvolle, befriedigende Freizeitgestaltung ist bei uns vor der Haustür
möglich. Hammersbach bietet mit seinem Vereinsleben ein vielfältiges Angebot
für Kulturinteressierte, Sportler und Erholungssuchende. Wir helfen den
Vereinen mit der Vereinsförderung, die auch Investitionen unterstützt.
Sportler brauchen eine vernünftige Infrastruktur. Die Sportanlage im
Ortsmittelpunkt, die nicht nur von der SG Marköbel, sondern in großem Maße
von der Jugendspielgemeinschaft und teils auch vom KSV Langen-Bergheim und
dem TV Marköbel mit seiner Jugendabteilung genutzt wird, wird stetig
verbessert. Der Bau der Umkleidekabinen ist für die SG Marköbel ein großes
Projekt, das wir nicht nur finanziell unterstützen.
Darüber hinaus wurde im letzten Jahr ein weiterer Trainingsplatz
hergestellt, und aus Mitteln des Konjunkturprogrammes wird der Hartplatz
generalüberholt. Die Anlage wird ebenso wie Teile der Sportanlage "Am
Seedamm" in Kooperation mit den Vereinen von uns gepflegt und unterhalten.
Wesentlich verbessert wurde in den vergangenen Jahren das Radwegenetz in
unserer Gemeinde. Neben dem Ausbau der Hohen Straße, haben wir mit der
Limesroute eine zweite Regionalparkroute in unserer Gemeinde zu bieten. Hier
haben wir es in den letzten Jahren geschafft, enorme Zuschussmittel nach
Hammersbach zu holen und den nötigen Eigenanteil der Gemeinde
sicherzustellen. Wünschenswert sind für mich noch straßenbegleitende Radwege
nach Limeshain und Eckhartshausen. Lebensqualität heißt auch, nach der
Arbeit noch schnell ins Grüne zu können - bei uns geht das.
Kultur
Kultur ist wichtig für die Menschen. Kultur gibt ist nicht nur in der
Frankfurter Oper, im Städel und im Schauspielhaus, auch kleine Gemeinden
haben in diesem Bereich oftmals Beachtliches zu bieten. Wir haben die
Pflicht, die Kultur, die vor allem durch die Vereine und Initiativen
Privater getragen wird, zu unterstützen.
Die kulturtragenden Vereine leisten einen wichtigen Beitrag für unsere
Gesellschaft - und dies muss die Gemeinde unterstützen. Als Beispiele dafür,
dass auch bei uns in diesem Bereich Herausragendes geleistet wird, dienen
die Kunstausstellungen im Historischen Rathaus, die Veranstaltungen in der
Hirzbacher Kapelle, die vielfältigen Aktivitäten des Vereins für Kultur- und
Heimatgeschichte und unserer Gesangvereine. Unser gemeinsames Ziel muss
sein, Kultur vor Ort zu bezahlbaren Preisen zu bieten. Die Gemeinde hilft
hier vor allem durch die Bereitstellung geeigneter Räume wie Bürgertreff und
historisches Rathaus, die einen ansprechenden Rahmen für kulturelle
Veranstaltungen bieten.
Für mich hat der Satz Gültigkeit, dass eine Gesellschaft, die von ihrer
erwerbstätigen Bevölkerung Kreativität verlangt, dies nur erwarten kann,
wenn viele musische Talente entwickelt und gefördert werden. Musische und
künstlerische Betätigungen haben überdies einen Eigenwert, den niemand
unterschätzen sollte.